Review: Grave Digger-Symbol Of Eternity

Release: 26.8.2022

Genre: Power Metal

Spieldauer: 49 Minuten und 45 Sekunden

Label: ROAR! Rock of Angels Records

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Tracklist:

  1. The Siege Of Akkon

  2. Battle Cry

  3. Hell Is My Purgatory

  4. King Of The Kings

  5. Symbol Of Eternity

  6. Saladin

  7. Night Of Jerusalem

  8. Heart Of A Warrior

  9. Grace Of God

  10. Sky Of Swords

  11. Holy Warfare

  12. The Last Crusade

  13. Hellas Hellas

Grave Digger sind schon mehr als vier Jahrzehnte im Schwermetall-Business aktiv und sollten wohl jedem einen Begriff sein, der sich mit Power und Heavy Metal aus Deutschland beschäftigt. In regelmäßigen Abständen beglücken uns die Jungs mit frischer Eisenware, sodass man auf eine schon wirklich gigantische Anzahl von Alben zurückblicken kann. Nachdem 2020 Fields of Blood in den musikalischen Kampf geschickt wurde, erscheint am 26. August 2022 eine weitere Scheibe, die den Namen Symbol Of Eternity trägt. Ist Symbol Of Eternity ein weiteres heiß geschmiedetes Stück Metal der Kultband oder eine misslungene Kaltverformung? Diese Frage möchte ich gerne für euch via Review klären, deswegen verlieren wir keine Zeit mehr und stürzen uns direkt in das Gefecht.

Thematisch setzt sich Symbol of Eternity mit der Geschichte der Kreuzzüge auseinander, eine Zeit, die man als durchaus spannend und facettenreich bezeichnen kann. Kommt euch das irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, Grave Digger hatte sich schon einmal mit den Soldaten in ihren Blechbüchsenkleidern in einen ihrer unzähligen Vorgängeralben beschäftigt, nämlich beim Knights of the Cross, das noch vor der Jahrtausendwende erschienen ist. Das Album gehörte dabei zu den als Middle Ages Trilogy bekannten Alben der Band, die man heute als absolute Klassiker ihres Genres zählen kann. Besonders Tunes of War sollte hoffentlich jedem ein Begriff sein, der damals in den 90ern Power Metal konsumiert hat. Genug in der Vergangenheit geschwelgt, wir sind ja bekanntlich schon im Jahr 2022 angelangt.

Symbol of Eternity ist ein für die Band wirklich typisches Werk. Wie von Grave Digger gewohnt, geht es grober daher, der Power Metal wird eher mit dem Brecheisen als feinfühlig mit dem Dietrich ausgeführt, und besticht mit einer satten Härte sowie einem hochangelegten Druck im Sound. Battle Cry wäre so ein Kandidat, der perfekt in diese Beschreibung passt. Der Track galoppiert ordentlich nach vorne und hat ein wirklich hartes Drumspiel. Er kommt mit einem eigenen kurzen Eröffnungssong mit dem Namen The Siege Of Akkon daher, der auch gleichzeitig der Opener des Album ist. The Siege Of Akkon klingt dabei, als ob er für eine musikalische Untermalung für eine beginnende Schlachtszene eines Hollywood-Streifens geschrieben wurde.

Was hat Grave Digger noch schönes auf Lager? Wie wäre es mit dem Track The Last Crusade? In Gegensatz zum eben erwähnten Battle Cry, das sofort hart in die Bresche schlägt und einen genialen Mitgröle-Refrain besitzt (Ich sag nur “Baaaattle Cry! Baaaattle Cry!), ist The Last Crusade deutlich gemütlicher und durchaus etwas schwerfälliger unterwegs. Der Song ist eine klassische Power Metal Ballade, die mehrere große reine Musikinstrument-Parts besitzt. Auch eine Erwähnung wert ist das Lied Grace Of God. Es fängt mit einem kurzen Gitarrengezupfe an, bevor in gewohnter Manier wieder ordentlich in alle Musikinstrumente gekloppt wird. Im Gesang wird auf die für Chris Boltendahl typische raue und kraftvolle Stimme gesetzt, die an einigen Stellen eine kleine leichte Chorunterstützung bekommt.

Mit dem Track Saladin haben sich außerdem Klänge auf dem Album verewigt, die eine orientalische Note besitzen. Nach nur 37 Sekunden, die sich anhören, als wäre man bei einer Neuverfilmung von Disneys “Aladin” gelandet, gleitet er direkt in den Song Nights Of Jerusalem über. Dieses Stück ist hingegen wieder eine klassische Power Metal Nummer, die kraftvoll gespielt wird und sich somit ohne große Auffälligkeiten in die anderen Tracks von Symbol Of Eternity einreiht. Unter dem Stichwort “Besonderheiten” kann man noch den Bonustrack Hellas Hellas anführen. Dieser ist eine Cover-Version des Sängers Vasilis Papakonstantinou, der auch in einigen Vocalpassagen zu hören ist. Besonders hierbei ist, dass Chris Boltendahl das erste Mal auf Griechisch singt.

Fazit:

Was soll man großartig zum neusten Streich der deutschen Totengräber sagen? Auch zweiundvierzig Jahre nach der Bandgründung klingt Grave Digger nach Grave Digger, was meiner Meinung nach gar keine schlechte zeitliche Entwicklung ist. Wie man es von Chris Boltendahl und seinen Bandkollegen (oder sollte ich sagen Grabgenossen?) kennt, wird den Metalheads mit der neuen Platte wieder ein ordentliches Power Metal Album serviert. Symbol of Eternity ist anständig produziert, macht Laune und kann mit Nummern glänzen, die Live auf der Bühne problemlos die angereiste Meute anheizen wird. Trotzdem habe ich hier und da auch etwas zu meckern. Das Album kann schnell etwas einseitig wirken, da die meisten Tracks allesamt recht ähnlich klingen. Ein Klecks mehr an arabisch angehauchten Klängen, wie man diese in Saladin hören kann oder größer angelegter Männerchorgesang, wie er aus dem ewigen Grave Digger Hit-Dauerbrenner Rebellion (The Clans Are Marching) bekannt ist, hätten bestimmt noch mehr Raffinesse und somit höhere Abwechslung aus dem Album herauskitzeln können. Zusammengefasst lässt sich sagen, man muss nicht immer zum fein geschmiedeten Großschwert mit imposanter Verzierung greifen. In vielen Fallen ist auch die grobe Keule eine ausgezeichnete Wahl, denn beim Album Symbol of Eternity wird zwar das (gusseiserne) Rad nicht neu erfunden, aber trotzdem ist es auf jeden Fall einen Blick wert. Wer auf Power Metal in seiner groben und kräftigen Form steht, wird trotz meiner kleinen genannten Kritikpunkte seinen Spaß haben.

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