Konzertbericht Alice Cooper – Jahrhunderthalle Frankfurt

Am 22.06 war es endlich soweit. Schockrocker Alice Cooper machte im Rahmen seiner Detroit Muscle: Live Tour 2022 in der MyTicket Jahrhunderthalle Frankfurt halt. Letztmals 2019 in Deutschland unterwegs gewesen, wurden hier jetzt erstmals Songs der aktuellen Scheibe Detroit Sories, eine musikalische Hommage an seine Heimatstadt, live performt. Mit der Platte erreichte er hierzulande sogar Platz 1 in den Charts. Als Support und Special Guest hatte er Michael Monroe (Ex- Hanoi Rocks) mit Band im Gepäck. Dieser gilt als Ikone und Vorreiter des Hair Metals.

Michael Monroe

Bei diesem Menschen merkt man, dass er schon einige Jahre im Muskikbusiness auf dem Rücken hat. Absolut routiniert und in bester Rock’n’Roll Manier sprang er mit einer Energie über die Bühne, bei der manch Jüngerer vor Neid erblassen würde. Immer den Mikrofonständer in der einen Hand, rannte er über die Bühne oder hüpfte auf die Boxen, nur um dann von dem eingeklemmten Mikrokabel jäh gebremst zu werden. Wovon er sich aber nicht im geringsten aus der Ruhe bringen lies. Manchmal flog auch ebendieser einfach mal in die Ecke und musste ausgetauscht werden. Auch seine Bandkollegen spielten ihr Set absolut routiniert und ohne Zwischenfälle. Die alten Hasen im Business mussten sich auch keine große Mühe geben, das angereiste Publikum zu unterhalten und die Stimmung anzuheizen. Ein Highlight war der Einsatz des Saxophones, welches sich der Sänger umhängte, um einen Part des Songs live zu spielen. Zudem lies er es sich nicht nehmen, gegen Ende des letzten Liedes von der Bühne zu kommen, um auf der Absperrung, gehalten von Security und Fans, den Song dort fertig zu performen. So war die Stimmung nach Michael Monroe schon relativ ausgelassen und die Vorfreude auf den Altmeister des Schock-Rocks groß.

Alice Cooper

Zu Beginn war der hintere Teil der Bühne noch mit einem großen Frontbanner abgehängt, auf dem ein Augenpaar zu sehen war. Pünktlich fingen diese rot zu leuchten an und mit den Worten “Welcome to the Alice Cooper Horror Castle” fiel der Vorhang und gab den Blick auf ein wirklich schönes Horrorschloss frei. Ein großes Tor, welches von einem Skelett bewacht wurde, ein Zombie in einer Mülltonne, ein begehbarer Turm und ein Konstrukt aus Schwertern, welches entfernt an ein Steuerrad eines Schiffes erinnert, nur das dieses mit Totenköpfen gespickt war. Als dann die ersten Takte von Frankenstein erklangen und die Band, samt Horrormeister Alice Cooper die Bühne betraten, gab es für das Publikum kein halten mehr. Es wurde mit gesungen und geklatscht. Der Altmeister des Gruselrocks hat definitiv nichts verlernt. Stil- und Textsicher wie immer lieferten sie schon mit dem ersten Song ab. Während der Performance kam dann noch eine riesige Frankenstein Puppe auf die Bühne. Weiter ging es mit Songs einmal quer durch die Bandhistorie. Bei Man behind Mask versuchte ein maskierter Mann, die auf der Bühne herumlaufenden zwei Mädchen zu erstechen. Was ihm in einen Fall auch gelang. Als Poison erklang, sang das Publikum lauthals mit. Zu Billion Babies tauchte ein riesiges Baby auf, welches zu Ende des Liedes noch Konfettischnippsel aus einem Katapult auf die Zuhörer schoss. Nach einem Solo der Leadgitarristin Nita, welches diese anfangs auf dem begehbaren Turm spielte, kam der Schockrocker bei dem nachfolgenden Song Roses on white Lace auf die Bühne zurück. Hier hatte dann auch seine Ehefrau ihren ersten Auftritt, in Form einer wandelnden Zombie Braut, inklusive Blutverschmierten Kleid und einem Brautstrauß aus roten Rosen. Es folgte ein längeres Drumsolo von Glen Sobel, welches dem Kostümwechsel des Altmeisters verschuldet war. Zum Song Dead Babies / Love the Dead kam der Schockrocker verpackt in einer Zwangsjacke zurück. Geführt wurde er hierbei von zwei Menschen, die große Babyköpfe und Uniform trugen. Zudem hatte seine Frau hier ihren zweiten großen Auftritt, einen mit Totenköpfen verzierten Kinderwagen schiebend. Zum Schluss des Liedes wurde Alice Cooper unter eine Guillotine geführt und scheinbar geköpft. Der abgetrennte Puppen Kopf, welcher dem Original wirklich ähnlich sah, wurde dann noch ausgiebig dem Publikum präsentiert. Es folgten noch Escape und Teenage Frankenstein, ehe alle erstmal die Bühne verließen, um dann unter Applaus noch eine Zugabe zu spielen. Dies war, wie eigentlich üblich, der Song Schools Out. Hierzu wurden Seifenblasen auf die Bühne gepustet und es gab riesige Luftballons, welche mit Konfetti gefüllt waren und von Alice während der Performance abgestochen wurden. Danach war auch diese wahrhaftig einzigartige Show leider viel zu schnell wieder zu Ende und hinterließ lauter glückliche und zufriedene Zuhörer.

Setlist Alice Cooper:

  1. Frankenstein
  2. Nice Guy
  3. Bed of Nails
  4. Hey Stoopid
  5. Fallen in Love
  6. Be my Lover
  7. Go Man Go
  8. Under my Wheels
  9. Man Behind Mask
  10. Go To Hell
  11. 18
  12. Poison
  13. Billion $ Babies
  14. Nita Solo
  15. Roses on White Lace
  16. My Stars, Devils Food, Black Widow
  17. Drum Solo
  18. Steven
  19. Dead Babies / Love The Dead
  20. Escape
  21. Teenage Frankenstein
  22. School’s Out

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