Festivalbericht: Hier kommt der Bass – Phungo Festival – 20.8.2022

Das Phungo Festival ist eines dieser Festivals, welches für fast jeden Musikgeschmack etwas zu bieten hat. Auf der einen Seite, wie 2021 schon, den Metal-Abend, auf der andere Seite aber auch Singer-/Songwriter wie Stoppok dieses Jahr oder den mittlerweile traditionellen Hier kommt der Bass Tag mit Techno DJs. Vom diesjährigen Metal Abend werden wir noch an anderer Stelle berichten, hier geht es um den Techno Abend, um auch mal über unseren Horizont hinaus zu blicken. Um 11 Uhr ging es schon los, mit dem lokalen DJ Boris Lutz, welcher ein zwei Stunden Set hatte. Wie auf Techno Festivals üblich, gibt es keine direkte Umbaupause, sondern der nächste DJ fängt an sein Equipment aufzubauen, während sein Vorgänger noch am Auflegen ist, welcher dann wiederum anfängt abzubauen, sobald sein Nachfolger angefangen hat. Klingt kompliziert, ist es aber nicht und so gab es einen reibungslosen Übergang und keine Musikunterbrechung. Bis 18 Uhr legen dann noch drei weitere eher lokale DJs auf und beglücken die Zuschauermassen. Massen in so fern, dass dieser Abend den Besucherrekord vom Phungo gebrochen hat, seit dem es dieses Festival gibt. Um 18 Uhr betrat dann DJ DAG die Bühne, welcher in der Szene kein Unbekannter ist. Er war einer der Trance DJs, die zum Sound of Frankfurt beitrugen, Resident DJ im Dorian Gray und dem Omen, welche als die Geburtsstätten des Techno in Deutschland gelten. Auch legte er mehrmals auf der Nature One auf. Allerdings kann man ihn auch zu den örtlichen DJs zählen, da er im benachbarten Gernsheim wohnt, wo er dann auch später ganz gemütlich mit seinem Motorrad wieder hin gefahren ist.

Das diesjährige Highlight des Abends war eine Frau, welche jedem, der schon mal ein bisschen was von Techno und vor allem der Love Parade mitbekommen hatte, nicht unbekannt sein dürfte. Und zwar war es niemand geringeres als die Techno Queen Deutschlands, Marusha. Zumindest ihren bis dato größten Hit Somewhere over the Rainbow sollten die meisten schon mal gehört haben. Selbst hab ich es leider nie auf die Love Parade in Berlin geschafft, um so freudiger war ich, dass ein Stück Geschichte derselbigen in meinen Wohnort Pfungstadt kommen wird, um dort aufzulegen. Ich denke auch, dass ihr der Besucherrekord zu verdanken ist. Man merkte ihr auch an, dass sie viel Spaß hatte. Sie ist auch dem Vinyl treu geblieben und legt weiterhin damit auf. Dafür hatte sie auch eine größere Tasche mit ihren Platten auf der Bühne. Als es dann dunkler wurde, kamen nicht nur die Lichter von der Bühne und die auch sonst sehr ausgefallene und schöne Beleuchtung vom Gelände noch besser zum Tragen, sondern auch die zwei Stelzenläufer kamen sehr gut zum Vorschein, waren sie doch mit kleineren LEDs beleuchtet und sehr kunstvoll bekleidet. Sie zogen durch die Zuschauer und tanzenden Menschen, um dann auch selbst vor der Bühne etwas zu tanzen, soweit es die Stelzen zugelassen haben. Wo DJ Dag 90 Minuten auflegte, durfte Marusha zwei Stunden an den Mixtables stehen und ihre Musik durch die Boxen jagen.

Beenden durfte den Abend dann Tom Wax, ein weiter “lokaler” DJ, da er ganz in der Nähe von Pfungstadt geboren ist und wie DJ Dag Resident DJ im Dorian Gray war, beide zur selben Zeit. Auch er legte auf der Love Parade, der Mayday und anderen großen bekannten Techno Festivals auf, was ihn aber nicht daran hinderte, an seine Wurzeln zurück zu denken und das Phungo zu beehren. Während er auflegte nahm es sich auch Marusha nicht, etwas im Hintergrund auf der Bühne zu bleiben und zu seiner Musik zu tanzen. Bis 23 Uhr durfte er dann die Menschen zum Tanzen bringen, ob jetzt vor der Bühne oder in den Schlangen vor den Getränkeständen. So endete dann ein rundum gelunger Tag für das Phungo, welches im nächsten Jahr zwar schwer zu toppen sein, aber hoffentlich nah dran kommen wird.

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