Bericht Moonspell – Ultima Ratio Fest in Frankfurt 29.09.2022

Am 29.09.2022 war es soweit… Fans des gepflegten Dark und Melodic Death Metals wurde ein wahrer Leckerbissen präsentiert. Die Portugiesen von Moonspell luden zum Fest, holten sich als Co- Headliner die Finnen von Insomnium ins Boot und machten direkt zu Tourbeginn in der Batschkapp in Frankfurt halt. Doch damit nicht genug – ebenfalls mit dabei waren noch die Norweger von Borknagar und die ebenfalls finnischen Wolfheart. Den fünften Support stellten die Amerikaner von Hinayana. Wie gesagt, für Fans des gepflegten Melo Deaths die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Einlass sollte eigentlich um 18.00 Uhr sein, leider wurde es tatsächlich 18.30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt fing dann auch schon die erste Band an.

Nachdem die ersten Klänge der Texaner erklangen, stand die Mehrheit der Menschen noch draußen in der Einlassschlange, um dann einen Sprint in die Halle hinzulegen. Und was soll ich sagen… Hinayana haben mich vom ersten Moment an absolut abgeholt. Ihr Sound erinnert ein bisschen an Insomnium, mit einer Prise Doom Metal gespickt. Sie haben es geschafft, die noch nicht zahlreiche Menge in der halben Stunde ihres Slots, zum Mitmachen zu animieren. Wunderbarer Melodic Death Metal, welcher sich einwandfrei zum Headbangen eignet. An den Drums saß allerdings nicht ihr eigener Drummer, sonder Joonas Kauppinen von Wolfheart, welcher für den last Minute verhinderten Daniel einsprang. Ich werde die spielfreudigen Jungs definitiv weiter verfolgen und hoffe, sie nächstes Jahr wieder zu sehen. Dann bitte mit mehr Merch im Gepäck, denn das eine tolle Shirt war nach dem Abend leider schon nicht mehr verfügbar.

Impressionen von Hinayana:

Weiter ging es dann mit den finnischen Wolfheart, deren erster Auftritt dieser nach Beginn der Pandemie war. Froh, hier zu spielen und höchst motiviert ging es mit ordentlich Vortrieb direkt los. Mal melancholisch, verträumt und langsam, dann wieder volle Breitseite geknüppelt nach vorne, zeigten sie was sie können. Beim Song The Hunt wurde dann auch eifrig seitens der Crowd mitgesungen und geheadbangt. Auch duften Tracks ihres neuesten Werkes King of the North nicht fehlen. Dessen wunderbares Artwork mit dem Schädel zierte auch die seitlichen Aufsteller. Sowohl die alten Lieder als auch die neuen wurden sehr gut aufgenommen und sorgten so für einige “Mitsing und Haareflieg”-Momente. Es war eine Freude den vier sympathischen Finnen beim Spielen zuzusehen.

Impressionen von Wolfheart:

Nach einer kurzen Verschnaufpause betraten Borknagar die Stage und wie zu erwarten war auch hier die Spielfreude groß. Genauso wie die Redefreudigkeit von Sänger und Bassisten Simen „ICS Vortex“ Hestnæs, was aber nicht schlimm war, sondern auch für einige Lacher sorgte. Musikalisch lassen sich die fünf kaum in eine Schublade stecken. Schnelle Rhythmen, welche dann wieder in langsame Parts übergehen, machen es für den ungeübten Hörer schwerer, sich in die Musik von Borknagar zu finden. Einige Mitsing-Momente gab es dann aber doch, bei den Songs Up North und Voices. Letzterer beginnt mit einem ruhigen Intro, welches für den Fan unverkennbar ist. Und so sang auch direkt eine Dame neben uns die Lyrics… schief und sehr laut. Dies wurde von der Band mit einem herzlichen Lachen und kleinem Applaus quittiert. Als dann der Track lief, sang diesmal die ganze Crowd bei diesem Gänsehautsong mit. Trotz kleinen technischen Problemen bei der Gitarre, war es ein wirklich gelungener Auftritt der Norweger.

Impressionen von Borknagar:

Die finnischen Melodic Death Pioniere von Insomnuium starteten ihr Set mit dem Instrumentalsong Karelia, bei dem nach und nach die einzelnen Musiker die Stage betraten und in das Lied einstiegen. Mit Tracks wie Valediction, Pale Morning Star und And Bells They Toll spielten sie sich einmal quer durch ihre Alben und trafen absolut den Nerv der Zuhörer. Es entstand eine wunderbare Atmosphäre, welche von kontinuierlichem Mitsingen und Headbangen untermalt war. Eine großartige Animation zum mitklatschen oder singen war nicht mehr nötig, es reichte eine kleine Handbewegung aus. Als letzter Song des Gigs wurde Heart Like a Grave gespielt, welches auch der Titeltrack des 2019 erschienenen Albums ist. Was soll ich sagen… Die sympathischen Finnen schaffen es immer wieder, eine Atmosphäre zu schaffen, die seinesgleichen sucht. Ob im strömenden Regen oder in der stickigen Halle – Insomnium überzeugen immer.

Eine lustige Anekdote habe ich noch: Die Jungs, welche direkt hinter uns gefeiert haben, meinten nach dem Gig zu uns: “Respekt Mädels- das Headbang-Haarduell habt ganz eindeutig ihr gewonnen, obwohl wir uns wirklich angestrengt haben.” Dankeschön 🙂

Impressionen von Insomnium:

Bevor Moonspell ran durften, fand ein Fanwechsel vor der Stage statt. Insomnium Fans gingen und Moonspell Anhänger füllten die Plätze wieder auf. Zu unterschiedlich sind die beiden Bands. Dann ertönte das Intro und die Wölfe betraten ebenfalls nach und nach die Bühne. Und wie auch hier zu erwarten, spielten sie sich einmal durch ihre größten Hits. Extinct und Opium durften da natürlich nicht fehlen, während Sänger Fernando durch die Gegend wuselte. Düsterer wurde es bei Mephisto, wo die Beleuchtung in Blutrot wechselte und mit den Nebelfontänen zusammen so für eine dunkle, bedrückende Atmosphäre sorgte. Es folgte der Mitsingsong schlechthin, Alma Mater. Hier erstrahlte die Stage in den portugiesischen Landesfarben- grün, gelb und rot. Das Set wurde mit dem Track Full Moon Madness beendet. Dieser begann allerdings erstmal mit Wolfsgeheule seitens der Band und den anwesenden Fans. Im letzten Drittel stellte sich Fernando von vorne an das Drummset und bespielte die Becken, während der Rest des Schlagzeuges weiterhin normal von Drummer Hugo bedient wurde. Eine tolle Showeinlage, welche sehr gut ankam. Alles in allem ein ebenfalls sehr gelungener Auftritt seitens der Dark Metaller und ein schöner Abschluss.

Impressionenvon Moonspell:

Mein Fazit des Abends:

Für mich war diese Konstellation ein wahrer Festschmaus, gerade auch wegen den nachgerutschten Insomnium, die ich selber sehr gerne höre und als eine meiner Lieblingsbands zähle. Aber die Überraschung des Tages waren für mich die Opener Hinayana, welche mich und auch etliche andere Zuschauer absolut überzeugen konnten. Was jetzt keinesfalls heißen soll, dass irgendeine Band an diesem Abend schlecht gewesen wäre. Im Gegenteil – alle lieferten auf ihre Art und Weise komplett ab und gönnten den leider nicht so zahlreichen Zuschauern einen unvergesslichen, wunderbaren Abend. Danke dafür.

 

 

Über Steffi 61 Artikel
Fotografin, Schreiberling und Herrscherin über die Rubrik Band der Woche, erst seit Frühjahr 2022 dabei, angeschleppt wurde ich von Roksi und Matthias

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