Band der Woche: Bloodywood

Band der Woche KW 23/2022

Herkunft: Neu Delhi, Indien
Genre: Indian Folk Metal

Die Band über sich:

Bloodywood is a Folk Metal band from India known for pioneering a sound that seamlessly fuses Indian Folk instruments with Metal to devastating effect. Expect to hear the percussive power of the mighty Dhol, the melancholic Flute, the single stringed Tumbi and several other uncommon yet distinctively characteristic sounds from India. A combination of thunderous Hindi/Punjabi Choruses and meaningful yet unforgiving Rap verses along with the ethnic instrumentation, makes Bloodywood a truly unique experience.

 

Kommentar der Redaktion:

Okay, ganz unbekannt sind Bloodywood jetzt nicht mehr. Dennoch ist vielen nicht bekannt, was die Band motiviert und was sich hinter ihren Texten verbirgt. Erstmals bin ich über die Band gestolpert, als mir eine Freundin das Video vom Auftritt der Band auf dem Wacken Open Air 2019 schickte. Dort traten die sechs im Rahmen des Metal Battles auf. Ich war sofort geflasht von dieser Band. Indische traditionelle Instrumente wie Flöte oder die Dhol (eine verzierte umgehängte Röhrentrommel), gepaart mit Rap und der unverwechselbaren Stimme des Sängers, machen Bloodywood zu etwas, was ich vorher in dieser Kombination noch nicht gehört hatte. Angefangen als Metalcoverbandprojekt von Karan (Gitarre und Flöte) und Jayant (Gesang), stieß dann nach kurzer Zeit Raoul dazu, der die Rappparts beisteuert. In dieser Konstelation veröffentlichten sie auch ihren ersten eigenen Song Ari, Ari, welcher auf dem indischen Volkslied Baarsi Barsi basiert. Als dann 2019 die Einladung von Wacken kam, standen die drei vor einem großen Problem:

Wir bekamen die Einladung und hatten noch niemals live gespielt. Wir hatten nichtmal eine Band. Also suchten wir Mitglieder für unsere Auftritte und planten eine Tour um zu üben, deren Highlight dann der Auftritt auf dem Wacken Open Air ist.

Mittlerweile haben sie ihr Debütalbum Rakshak mit eigenen Songs veröffentlicht. Zu diesen wurden auch Videos produziert, die komplett in Englisch untertitelt sind. Zum ersten Mal wurde mir richtig bewusst, welche Themen hier verarbeitet wurden, denn die Parts von Jayant sind auf indisch gesungen. Ihre Lieder sind mal ruhig, mal gibts voll eine auf die 12. Der Song Jee Veerey ist beispielsweise dem Kampf gegen psychische Erkrankungen und Depressionen gewidmet, in dessen Zusammenhang auch eine Partnerschaft mit der Oraganisation Hope Therapie geschlossen wurde. In Endurant geht es um Mobbing, Gaddar beschäftigt sich mit Politik. “In the face of  fascism and communalism, we cannot remain politically neutral”. Zu Beginn des Videos zu Dana Dan erscheinen folgende Triggerwarnungen: Flashing Lights, References to Violence und References to Sexual Assault. Und das zurecht. Dieser Song hat es in sich und flasht mich jedes mal aufs neue. Es geht um (sexuelle) Gewalt gegenüber Frauen, ein Thema, welches in Indien leider auch noch sehr präsent ist. “Bring them down an raise a fist for the nameless faces he disgraces“. Ein Blick auf die Thematik der Texte und auch die veröffentlichten Videos lohnt sich bei Bloodywood definitiv immer.

Ich bewundere diese Band dafür, sich mit Themen zu befassen, die teilweise schwer zu verdauen sind. Ebenfalls für ihr Engagement, sich an verschiedensten sozialen Projekten (wie unteranderem die Gründung einer Tierklinik) zu beteiligen, diese zu unterstützen und zu fördern.

Ich kann auch jedem, der sich für die Geschichte zur Gründung und der Tour mit dem Wacken Auftritt interessiert, die englisch sprachige Dokumentation “Raj Against the Maschine” empfehlen. Diese findet ihr hier.

Liveimpressionen:

 

Musikvorschlag:

 

Live-Termine:

19.08.2022: SUMMER BREEZE Open Air in Dinkelsbühl

Tour 2023 (verschoben von 2022):

Links:

Webseite
Facebook
Instagram

Band der Woche, unter diesem Titel stellen wir euch jede Woche Dienstag Abend, 20 Uhr eine Band vor. Dies sind jeweils Bands, die von Mitgliedern unserer Redaktion empfohlen werden, vor allem junge Nachwuchsbands, die unserer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit verdient haben.

Woche zuvor
Woche darauf

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*